Bedeutung von “Closer to Fine” von Indigo Girls

Indigo Girls ist ein Folk-Duo aus Atlanta, bestehend aus Emily Saliers und Amy Ray, das seit Mitte der 1980er Jahre existiert. Sie veröffentlichten zwischen 1987 und 2020 15 Studioalben, wobei das zweite davon ein selbstbetiteltes Projekt war, das am 28. Februar 1989 über Epic Records herauskam.

Die LP „Indigo Girls“ gilt als der größte Erfolg des Paares, da sie von der RIAA mit Doppelplatin ausgezeichnet wurde und ihnen außerdem einen Grammy Award einbrachte (1990 in der Kategorie „Bestes zeitgenössisches Folk-Album“).

Von diesem Projekt stammt der Eröffnungstrack „Closer to Fine“, ein Lied, das von Emily Saliers geschrieben und von Scott Litt produziert wurde. Bemerkenswert ist auch, dass dieser Song als Lead-Single von „Indigo Girls“ veröffentlicht wurde und den bemerkenswertesten Hit in ihrer Diskographie darstellt, da er beispielsweise ihren besten Auftritt in den Billboard Hot 100 darstellt, wo der Song auf Platz 52 seinen Höhepunkt erreichte.

In jüngerer Zeit, Mitte 2023, sorgte „Closer to Fine“ für Schlagzeilen, weil es in diesem Film eine prominente Rolle spielte Barbie. Der besagte Film war eine der größten Veröffentlichungen des Sommers 2023, und der Song von Indigo Girls kommt tatsächlich dreimal im Film vor.

Zu beachten ist, dass ihre Interpretation dieses Liedes nicht auf „Barbie: The Album“ zu finden ist, also dem Soundtrack zum Film, der ausschließlich aus Neuaufnahmen besteht. Stattdessen erscheint ein Cover von „Closer to Fine“ auf der „Best Weekend Ever Edition“ (also der Deluxe Edition) der LP, eingespielt von Brandi Carlile und Catherine Carlile.

Eher in Ordnung

Text von „Closer to Fine“

Was den Titel dieses Titels betrifft, so spielt er auf die Selbstentwicklung des Sängers an. Die Philosophie hinter dem Lied besteht im Grunde darin, dass Emily und Amy, anstatt zu versuchen, das Endziel in dieser Hinsicht sofort zu erreichen, einen progressiveren Ansatz gewählt haben und sich dabei schrittweise „dem Feinen“ nähern. Und dies erfordert eine Reihe unterschiedlicher Praktiken oder Ansichten.

Wie Saliers zum Beispiel erklärt, sucht sie nicht nach einer bestimmten Antwort auf alle Fragen des Lebens. Stattdessen extrahiert sie auf ihrem Weg nach und nach „Wissen und Weisheit aus verschiedenen Quellen“.

Und zweitens handelt es sich, wie im letzten Refrain deutlich wird, um eine Art Anti-Religions-Lied. Das heißt, dass die Vorstellungen vieler Menschen darüber, was es bedeutet, ein perfekter Mensch zu sein, in Büchern wie der Bibel (die im letzten Refrain erwähnt wird) zu finden sind.

Doch wie der Sänger in den Refrains betont, „gibt es mehr als eine Antwort auf diese Fragen“. Tatsächlich fühlt sie sich umso erbaulicher bzw. „näher an Ordnung“, je weniger sie sich an eine bestimmte Ideologielinie hält.

„Und ich ging zum Arzt, ich ging in die Berge
Ich schaute zu den Kindern, ich trank aus den Brunnen
Auf diese Fragen gibt es mehr als eine Antwort
Zeigt mir eine krumme Linie
Und je weniger ich meine Quelle für etwas Endgültiges suche
(Je weniger ich nach meiner Quelle suche)
Ich bin näher dran, ja
Näher dran, ich bin in Ordnung, ja“

Insgesamt hat dieses Lied eine gewisse Anti-Establishment-Atmosphäre. Da ist zum Beispiel die dritte Strophe, die sich um die Interaktionen der Sängerin mit „dem Doktor der Philosophie“, also einem ihrer Professoren, dreht.

Saliers hat enthüllt, dass es sich bei dieser Person nicht um eine echte Person handelt, sondern eher um eine Personifizierung von High-School- und College-Lehrern. Und der Sinn dieser Anspielung besteht in ihren eigenen Worten darin, „die Wissenschaft und die Art und Weise, wie sie manchmal von der Realität entfernt sein kann, anzugreifen“.

So wie Emily religiöse Lehren nicht als eine Grundlage für ihr Leben ansieht, hat sie, wenn man so will, eine ähnliche Einstellung, wenn es um die Wissenschaft geht.

Aber alles in allem ist es nicht so, dass dieser Song gegen die Maschine wütet. Was die Sängerin mitteilt, ist, dass sie aufgrund ihrer eigenen persönlichen Erfahrung innere Befriedigung dadurch erlangt hat, dass sie die Dinge langsam angeht und aus hier und da Lehren zieht.

Oder anders ausgedrückt: Sie ist eher eine geistige Wanderin als jemand, der an einem bestimmten Glauben oder einer bestimmten Denkweise festhält. Daher basiert Emilys und Amys Verständnis des Lebens auf einer Kombination vieler verschiedener Quellen.

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